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Meine zwei Räder und meine Zweiräder (Part eins)

Morksen mit seinem orangen Puky Fahrrad

Morksen

Radfahrer, der dicke Typ am Ende, Enthusiast. Betreiber dieses Blogs und so oft es geht, draußen unterwegs.
4. Februar 2020

Dieser Post wird ein wenig „geschichtlich“. Ich fand den Gedanken ganz interessant, welche Zweiräder, also in dem Fall Fahrräder, ich so hatte und euch die mal vorzustellen. Wie hat alles angefangen und entwickelt bis zu dem, was heute bei mir im Keller steht. Witzigerweise hatte ich gar nicht so viele verschiedene Fahrräder. Ich erinnere mich noch gut an jedes einzelne. Allerdings weiß ich nicht mehr so hundertprozentig, mit welchem Alter ich welches Rad bekommen habe. Also seht es mir nach. Aber im Groben sollte alles weitestgehend passen.

Leider habe ich von den meisten Rädern keine Fotos mehr, oder hatte noch nie welche. Ich hätte sie euch wirklich gerne gezeigt. Aber dann muss ich sie eben beschreiben. Und eigentlich sind es ja die Geschichten, die sie ausmachen.

Das Winzige!

Angefangen hat alles 1984 oder 1985 mit einem orangen Kinderfahrrad von Puky. Das erste Foto, was ich finden konnte, war tatsächlich von 1985. Ich war da also etwa 6 Jahre alt. Auf dem Rad habe ich das Radfahren gelernt. Anfangs bin ich natürlich mit Stützrädern gefahren. Ich erinnere mich noch gut daran, dass mir der damalige Freund meiner Mutter, ein Künstler aus dem für mich damals unheimlich weit entfernten Berlin, das Fahren ohne Stützräder beigebracht hat. Das Rad hatte auch die typische Fahne vorne auf dem Schutzblech. Ich weiß nicht, wer von euch das Rad kennt, aber ich glaube, viele haben damit mal angefangen. Sonst habe ich an das Rad tatsächlich nicht mehr so viele Erinnerungen. Ich mein, ich war ja wirklich noch sehr jung. Lediglich an eine eher schlimme Geschichte erinnere mich, die aber glimpflich ausgegangen ist.

Ich hatte, nachdem ich endlich ohne Stützräder fahren konnte, mit dem oben erwähnten Freund meiner Mutter eine Radtour gemacht. An einem Gefälle habe ich dann so viel Fahrt aufgenommen, dass mein Vorderrad anfing zu schlackern und instabil wurde. Bei den, ich glaube, 16″ Rädern und dem Kinderfahrrad kein Wunder. Aber geistesgegenwärtig habe ich die Bremsen wie ein Weltmeister gezogen und konnte es wieder in Griff bekommen, ohne einen Ausflug in den Grünstreifen zu machen. Ich weiß nicht, wie schnell ich war, als kleiner Stöpsel kam es mir natürlich sowieso unglaublich schnell vor. Aber Ich denke, das wäre mit schwereren Verletzungen einher gegangen.

Das Starke!

Als ich dann 9 oder 10 war, bekam ich mein zweites Fahrrad. Ein silbernes 20″ Jungenrad, also mit Oberrohr, von Hercules. Ich erinnere mich bei dem Fahrrad tatsächlich an fast nichts, nur an den silbernen Rahmen mit dem blauen Hercules Logo. Und, dass der Sohn unserer Nachbarn, der kurz nach mit Geburtstag hatte, komischerweise plötzlich fast das Gleiche hatte.
Ich glaube, das Rad hatte auch noch keine Schaltung. Ich war aber auch, soweit ich weiß, fast nur bei uns in der Strasse mit dem Rad unterwegs. Auf unserem Spielplatz, der schräg gegenüber unserer Hauses war, hatten wir Kinder uns auch sowas wie eine Art Trail zurechtgefahren, mit dem ich auch damals schon fleissig meine Bike-Skills trainiert habe.

Der Riese!

In den Genuß einer Schaltung kam ich erst mit 13 oder 14. Hier war es auch so, dass ich mir tatsächlich mein Fahrrad das erste Mal selbst aussuchen durfte. Zumindest soweit ich mich erinnere. Denn hier habe ich meine erste Erinnerung an einen Fahrradladen. Er war in Marburg in der Oberstadt. Den Namen habe ich aber leider vergessen. Ich entschied mich für ein Mountain Bike von Giant. Der Rahmen war weiß/violett und es war großartig! Und noch dazu hatte es eine Gangschaltung von Suntour. Eine siebener Kassette hinten und drei Kettenblätter vorne. 21 Gänge! Ja, ich weiß, sind es nicht, aber ich war noch ein Kind. Und da waren nunmal 3×7=21. Von Übersetzungen hatte ich noch keine Ahnung.

Tatsächlich brachte mich dieses Fahrrad durch meine Jugend und hätte heute wahrscheinlich die meisten Geschichten zu erzählen. Ich versuche mal die meisten hier wiederzugeben. Oder zumindest die interessantesten. Ich muss kurz erklären, dass es vermutlich im Winter 1993 oder so war, als ich das Fahrrad bekam und damals waren Federgabeln ja noch unbezahlbar. Oder gab es sowas überhaupt schon? Auf jeden Fall war das Rad noch überhaupt nicht gefedert und hatte eine nach vorne gebogene Vordergabel. Das wird später noch eine Rolle spielen.

Ich war wirklich glücklich mit dem Fahrrad, auch wenn der Sohn unserer Nachbarn plötzlich auch wieder mit fast dem gleichen Rad um die Ecke kam. Nur hatte er dieses Mal die gute Schaltung von Shimano. Ich war gegebenfalls ein wenig neidisch. Aber trotzdem war ich mehr als stolz auf dieses, für meinen damaligen Geschmack, wunderschöne Bike.

Und so fing es an, dass ich neben unserem Spielplatz-Single-Trail, der sich ja nun noch viel besser fahren ließ, die Ausflüge auch mal in die nahen Wälder gingen. Ich fing auch mit den ersten Sprüngen an. Hinter dem Spielplatz, so eine kleine Treppe mit 3 Stufen runter. Ich konnte das gut, leider die Gabel nicht ganz so. Und so kam es, dass die Gabel das Verschleißteil Nummer eins an meinem Rad wurde. Ich glaube, ich habe 3 oder 4 Gabeln verschlissen. Es wurde auch nicht besser, als ich entdeckte, dass man mit dem Mountain Bike super Downhill fahren kann. Am Ende habe auch schon gar nicht mehr auf die Farbe geschaut, sondern, da meine Eltern das ja noch finanzieren mussten, nur auf den Preis und zumindest ein Bisschen die Qualität.

Der erste Totalschaden mit dem Riesen

Immerhin durfte das Rad sogar einmal mit mir in den Sommerurlaub. Es ging mit der Stadtjugendpflege in ein Zeltlager nach Österreich, die Räder wurden „professionell“ von der Bahn in einem Güterwagon transportiert. Leider hatte dieser hochprofessionelle Transport einen Bruch am Rahmen zur Folge. Da auch andere über Schäden an ihren Rädern geklagt hatten, vermute ich, dass ich die Verantwortlichen nicht sehr verantwortungsvoll mit den Rädern umgegangen sind beim Einladen. So sah es auch aus, als wir die Räder ausladen wollten. Gut, ich vermute, der wird vorher durch meine diversen Abenteuer im Wald schon einen Knacks gehabt haben, aber das hatte ihm den Rest gegeben. Für mich ist da auf jeden Fall erstmal eine Welt untergegangen, weil ich war auf einmal Fahrradlos. Und das im Sommerurlaub.

Ich habe zwar von der Versicherung der Bahn damals ein wenig Geld zurückbekommen, aber ein gebrochener Rahmen war an dem Rad dann ja doch schon ein wirtschaftlicher Totalschaden. So wurde das Rad kurzerhand zu einem Bekannten gegeben, der den Stahlrahmen fachmännisch geschweisst hat. Allerdings veränderte das meine Beziehung zu meinem bis dahin tollen Bike. Ich musste jetzt aufpassen, konnte nicht mehr fahren wie ich wollte und hatte immer Angst, dass der Rahmen nochmal bricht.

Eines Nachts hatte ich das Rad dann leider mal nicht in den Keller gestellt und siehe da. Es wurde mir gestohlen. Aber der/die Dieb(e) hatten es nicht auf das Rad an sich abgesehen, sondern wollten mir nur eins auswischen. Vermute ich zumindest. Denn am nächsten Mittag kam ein Kumpel vorbei und meinte, mein Rad würde im Fluss liegen. Keine 500m von zu Hause weg. Ich hab das Rad da zwar noch gerettet, aber das gab unserer Beziehung dann tatsächlich den Rest.

So blieb das Rad immer mehr stehen und ich näherte mich langsam aber sicher meinem 16ten Geburtstag. Dorfkinder wissen, was das heisst: man kann den Führerschein für das erste ernsthaft motorisierte Zweirad machen. Und so kam es auch. Ich machte meinen Führerschein Klasse 1b, kaufte mir eine Aprilia Futura mit 80ccm und meine erste wirkliche Fahrradpause setzte ein.

So, da es bis hier doch schon recht lang geworden ist, würde ich die weitere Geschichte doch erstmal in einen weiteren Part auslagern, den ihr dann hier auch bald lesen könnt.

So long,
Euer Morksen!

Von der Ruhr zum Rhein – Part 2

Von der Ruhr zum Rhein – Part 2

Im ersten Teil haben wir ja schon die Strecke von Wesel bis Wetter (Ruhr) geschafft. Das war auch der erste Tag meiner Reise. In diesem Teil nehme ich euch mit von Wetter (Ruhr) bis nach Meschede. Was mir da alles so in den Weg kam und warum die Etappe nicht die schönste war, darum soll es dieses Mal gehen. Also auf in Tag zwei!

Video 5W Radtour 🚴🏽‍♂️ Tag 1 und 2 von Wesel bis Meschede

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Endlich ist hier das erste Video meiner Sommer-Tour von Wesel bis Wiesbaden. In dem Video seht ihr die ersten zwei Tage von Wesel nach Wetter (Ruhr) und von dort nach Meschede. Auf der Tour habe ich in Hotels übernachtet und bin mit leichten Gepäck gereist. Verpackt war das ganze in den Bikepacking Taschen von Ortlieb (Lenkerrolle, Arschrakete)

Von der Ruhr zum Rhein – Part 1

Von der Ruhr zum Rhein – Part 1

Auch wenn in Zeiten von Corona das Reisen ja so eine Sache ist, wollte ich mir es nicht nehmen lassen. Ich hatte schon lange überlegt, mal eine Mehrtagestour zu fahren. Warum also nicht spontan meinen Urlaub auf dem Rad verbringen? Durch die Sendung „Wunderschön“ von WDR inspiriert, hatte ich mir ursprünglich mal den Ruhrtal-Radweg als Zwei-Tages-Tour ausgesucht.

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