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Reifen-Talk: Schwalbe G-One Allround Evolution

Fahrrad an einen Baumstamm gelehnt vor einem Feld

Morksen

Radfahrer, der dicke Typ am Ende, Enthusiast. Betreiber dieses Blogs und so oft es geht, draußen unterwegs.
8. Mai 2020

Ich persönlich mag besonders bei Technik ja Erfahrungsberichte von Menschen, die den gleichen Artikel nutzen. Wie gefühlt fast jedes Technik-Thema bei Rädern ist auch das Reifen-Thema wohl ein etwas komplexeres. Ich werd jetzt hier auch keine riesen Vergleiche anstellen. Aber ich denke, es ist mal Zeit für einen Reifen-Talk! Den Anfang macht der Schwalbe G-One Allround Evolution TL-Easy.

Hinweis: Dieser Artikel stellt nur meine persönlichen Erfahrungen und meine Meinung dar. Ich habe die Reifen selbst gekauft und stehe in keiner Verbindung zu Schwalbe!

Ich hab mir den G-One Allround als ersten Reifen ausgesucht, weil ich ihn mittlerweile einfach am längsten gefahren bin. Im Zuge der Serie „Reifentalk“ werde ich sicherlich noch auf den G-One Speed eingehen und ggf. noch auf weitere Reifen. Bisher habe ich aber zumindest auf dem Gravelbike noch nix Anderes gefahren.

Wenn ich das Hardtail vielleicht öfters fahre und mich damit auch noch ein wenig mehr auseinander setze, kommt vielleicht auch noch der Bereich MTB-Reifen mit in den Reifen-Talk. Aber alleine im Gravel Bereich haben wir da ja schon genug Optionen, dass ich da Jahre drüber schreiben könnte.

Technische Daten

Bevor ich euch jetzt hier lange und breit erkläre, was ich an dem Reifen gut und nicht gut finde, möchte ich euch natürlich erstmal mit dem technischen Daten versorgen. Ich beziehe mich hier ausschliesslich auf das von mir gefahrene Modell. Also geht hier mal von den Daten für den Reifen in 40-622 aus.

 

Größe ETRTO 40-622 (28 x 1.50 Zoll)
Farbe Schwarz
Gewicht 460g
Druck 3.00 – 5.00 Bar (45 – 70 psi)
Maximallast 100 kg
UVP 59,99€
Tubeless ja

 

Weitere Details findet ihr auf der Schwalbe Webseite.

Einsatzbereich

Schwalbe gibt ja für seine Gravel-Reifen auch einen Einsatz-Zweck an. Hier ist für den G-One Allround ein Einsatz für Asphalt, Grabel und trocker Trail angegeben. Ich hab den Reifen auf diversen Untergründen getestet und muss sagen, ja, weitestgehend passt das eigentlich. Auf jeden Fall entspricht der Reifen seinem Namen. In meinen Augen ist das ein guter Allround Reifen.

Auf Asphalt rollt der Reifen wirklich gut. Nass oder trocken spielt eigentlich keine Rolle. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass der Reifen zu wenig Grip hätte. Ausnahme bildet hier eine schmierige Oberfläche, aber da ist die Kombination aus oben Gummi und drunter Asphalt halt immer ungünstig. Durch das Noppen-Profil gibt es auf sehr glatten Asphalt dazu noch ein, in meinen Ohren, sehr angenehm klingendes Geräusch. Ansonsten ist der Reifen aber eher leise. Ich habe zwar keinen Vergleich zu Rennrad-Reifen, aber ich finde, auf Asphalt hat man kaum Abstriche, und das bei 40mm Breite. Den Reifen bin ich sowohl mit Schlauch als auch Tubeless gefahren. Auf Asphalt merkt man da keinen wirklichen Unterschied.

Generell lässt sich der Reifen auch gut auf Schotter fahren. Auf meinen Touren war von ein paar Millimeter feinem Schotter bis zu 3-5cm groben Schotter weitestgehend alles dabei. Auch wenn es manchmal echt fies geknallt hat und gerade die größeren Steine gerne mal nach Links und Rechts weggeschossen sind, hatte ich dabei nie Probleme.

Die Wälder hier in der Gegend sind alle sehr sandig, daher wurde ich auch oft mit Sand in unterschiedlichen Ausprägungen konfrontiert. Hier muss ich sagen, hat sich der G-One Allround nicht so gut geschlagen. Feuchter Sand geht halbwegs zu fahren, trockener Sand auf festem Untergrund auch soweit. Hier war auch immer ausreichend Traktion vorhanden. Tödlich war dagegen trockener Sand, der entsprechend tief war. Also wenn der Sand, oder feine Schotter, zu tief wird, fehlt zum Einen die Traktion, aber auch bei 40-622 einfach Auflagefläche. Und das unabhängig vom Reifendruck. Wobei ich sagen muss, selbst mit meinem Hardtail sind diese Passagen teilweise technisch anspruchsvoll.

Fahreigenschaften

Ich muss sagen, ich hatte nie sonderliche Probleme mit dem Seitenhalt, Kurvenverhalten oder Fahren auf anspruchsvollerem Untergrund. Für mich hat der Reifen echt immer gut performed. Selbst auf Single Trails, Schotter auf seitlich abschüssigen Wegen blieb der Reifen in der Spur und ist mir, bis auf ein paar Mal mit schlammig oder schmierigem Untergrund, nicht wirklich weggerutscht. Klar, das bezieht sich natürlich auf Grip „innerhalb der Spezifikation“. Bei ner Vollbremsung blockiert das Hinterrad schon gern mal und der Grip ist weg. Aber ich denke, das ist bei Road Reifen auch nicht anders.

Komfort

Durch die 40mm Breite muss ich sagen, ist der Reifen schon sehr komfortabel. Die meisten Unebenheiten werden auch bei etwas höherem Druck gut gedämpft und Schläge kommen auch nicht so derbe beim Fahrer an. Alles in Allem bin ich hier absolut zufrieden. Ich denke aber, das ist einfach dem breiten Schlappen geschuldet und nicht dem Reifen an sich.

Also soweit kann ich den Reifen erstmal empfehlen. Auch die Tubeless Montage stellte mit dem Reifen kein größeres Problem dar. Leider hat der Reifen in meinen Augen zwei große Mankos.

 

Haltbarkeit und Pannenschutz

Das erste Manko des Reifen bildet die „Haltbarkeit“. Die Abnutzung des Reifens sehr stark. Das Noppenprofil fährt sich sehr schnell ab und so bleibt gerade am Hinterrad schnell nur eine glatte Fläche in der Mitte der Lauffläche. Das ist auf jeden Fall schade. Aber das tut dem Spaß mit dem Reifen erstmal keinen so großen Abbruch.

Das zweite Manko wiegt leider deutlich schlimmer. Wobei ich immer noch nicht weiß, ob ich einfach vom Pech verfolgt bin oder ich nur Montags-Reifen erwischt habe. Aber der Pannenschutz des Reifens ist in meinen Augen miserabel. Alle paar Monate hatte ich eine Panne. Bei der ersten war es ein Dorn. Ok, kein Ding, dachte ich mir. Ist spitz, das kann passieren. Reifen geflickt und weiter geht’s. Kurz darauf erwischte es mich aber schon wieder. Ursache für das zweite Loch, auch mit Schlauch-Setup, war tatsächlich ein Stück Haselnuss-Schale, das auf dem Radweg lag. Das hat sich sauber durch die Lauffläche gedrückt. Der Cut war leider größer und aufgrund der eher schlechten Haltbarkeit hab ich dann direkt nen neuen Reifen aufgezogen.

 

Durch die „Herbstpause“ hielt der Reifen jetzt mal etwas länger. Aber auch nur, weil ich zwei Monate indoor auf der Rolle gefahren bin. Auf meiner Weihnachtstour hat es mich dann zweimal erwischt im Abstand von 10km. Beim ersten war es ein kleiner Cut, vermutlich durch ein Stück Glas, aber im Reifen steckte nichts mehr. Beim zweiten war der Cut größer, an anderer Stelle und damit die Tour gelaufen.

Ich nahm diese Tour zum Anlass, mein Setup auf Tubeless umzubauen. Alles super soweit, aber die Pannen wurden nicht weniger. Nur hatten sie eben nicht mehr so schlimme Auswirkungen. Ich habe immer wieder gesehen, dass die Dichtmilch mir den Boppes gerettet hat. Leider sehr schade, weil das zeigt, dass der Reifen immer wieder kleinere Löcher hatte. Irgendwann gabs dann so nen großes Loch, dass ich den Reifen entsorgt habe und die Schwalbe G-One Speed aufgezogen habe.

Sowas wie ein Fazit

Bitte versteht mich jetzt nicht falsch. Ich mag den G-One Allround. Aktuell liegen auch noch zwei auf Vorrat im Keller und die kommen auch sicherlich mal wieder zum Einsatz. Ich mag die Fahreigenschaften, er war tubeless super easy aufzuziehen und die universelle Einsetzbarkeit. Abseits der Radwege hatte ich auch nie Probleme mit Pannen. Die Pannen, auch mit Tubeless, traten immer auf Asphalt-Touren auf. Ein Kollege hat die auch deutlich länger Pannenfrei gefahren, aber ich bin mit dem Pannenschutz und der Haltbarkeit nicht so zufrieden.

Wie es mir mit dem G-One Speed aktuell ergeht, werdet ihr dann auch in einem folgenden Blogbeitrag lesen! Ich hoffe, meine Erfahrungen konnten euch irgendwie weiterhelfen.

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4 Kommentare

  1. Finde deinen Bericht sehr gut und praxisnah! Ich selbst hatte bisher nur eine einzigen Durchstich und das ist erst nach der Tour beim Waschen aufgefallen, ansonsten keine Probleme.

    Ich hätte gerne etwas mehr über den Vergleich normal zu tubeless gelesen, ansonsten schön zu lesen. Nach weiter so 🙂

    Antworten
    • Hallo Johann,

      danke für die Anregung. Den Vergleich werde ich die Tage mal nachtragen 🙂 Ein paar Gedanken hatte ich da tatsächlich schon.

      Grüße
      Morksen

      Antworten
  2. Sehr seltsam muss ich sagen. Von so vielen Pannen hab ich ehrlich gesagt noch bei niemandem gehört..

    Ich hab mit meinen GP4000II knapp 6000km gemacht und mit meinen aktuellen GP5000 10000km. (Die GP5000 hab ich sogar noch immer drauf – die sind schon ziemlich durch aber gehen noch immer perfekt).
    Und erst 1x mit dem GP4000II eine Panne weil ich über einen wirklich groben Draht gefahren bin der dann durchgestochen hat.. Sonst aber NIE irgendwelche Probleme. (25mm non-TL).

    Antworten
    • Ich glaube langsam, unsere Radwege hier sind einfach Schmutz. Aber dennoch finde ich, dass es deutlich zu schnell Durchstiche gibt bei dem Reifen. Bei Tubeless sieht man ja ganz gut, wo Löcher gewesen wären.

      Antworten

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